Promotionsprojekt
Seit April 2023 promoviere ich am Lehrstuhl für Geschichte und Ethik der Medizin.
Die Promotion widmet sich dem perinatalen Kindsverlust und untersucht im historischen Kontext Zusammenhänge zwischen individuellem Erleben, klinischer Versorgung und persönlicher Erlebnisbewältigung. Die Forschung konzentriert sich dabei auf Frauen bis einschließlich Geburtsjahrgang 1959, die eine derartige Erfahrung im Geburtssetting einer Klinik machten. Klinische Versorgungsstrukturen waren zu jener Zeit von rigiden Vorgaben geprägt. Individuelle Betreuungswünsche wurden in der Regel weder erfragt noch berücksichtigt. Seit Anfang der 1980er Jahre hat sich die klinische Betreuung kontinuierlich verändert, hin zu einer Behandlung, die persönliche Bedarfe erhebt und zu integrieren versucht.
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, welche Erfahrungen Frauen dieser Kohorte im klinischen Geburtssetting eines perinatalen Kindsverlustes machten sowie ob und wie sie diese Erfahrung bewältigten. Von Interesse ist gleichfalls die Klärung, ob Frauen auch Jahrzehnte nach einem derartigen Verlust Unterstützungsbedarf haben und wenn ja, welche Methoden sich dafür eignen.
Methodisch verortet sich das Forschungsprojekt in der empirischen Sozialforschung. Die Ergebnisse werden qualitativ über semistrukturierte Leitfrageninterviews erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet. Auf diese Weise werden die Forschungsfragen beantwortet und ein Gegenwartsbezug hergestellt. Dieser kann neue Perspektiven der Trauerbewältigung nach perinatalem Kindsverlust der Gegenwart aufzeigen.
Seit Sommer 2025 ist die Datenauswertung abgeschlossen. Derzeit arbeite ich an der Veröffentlichung der Studienergebnisse. Sobald die Ergebnisse publiziert sind, informiere ich Sie an dieser Stelle.
Seniorinnen, die über einen zurückliegenden perinatalen Verlust sprechen möchten, können sich gerne kostenfrei an mich wenden.
Wenn Sie Interesse und Fragen zu dem Forschungsprojekt haben schreiben Sie mir gerne über: beatrix.kozjak-storjohann@fau.de